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Information zur Gesundheitsvorsorge

Sehr geehrte Bewohnerinnen und Bewohner,
liebe Angehörige und Interessierte,
unter dem Aspekt „Vorbeugen ist besser als heilen“ möchten wir Sie über mögliche Pflegerisiken im Verlauf einer Pflegebedürftigkeit informieren.
Gleichzeitig wollen wir Ihnen Anregungen und Tipps geben, wie Sie im alltäglichen Umgang durch kleine Aktivitäten mithelfen können Pflegerisiken zu vermeiden oder bei bestehenden Einschränkungen deren Verschlechterung zu verhindern.

Welche Pflegerisiken gibt es?

Ein Dekubitus ist ein Druckgeschwür. Durch Bewegungseinschränkungen oder Unfähigkeit und fehlende Maßnahmen zur Entlastung einzelner Körperteile wirkt längere Zeit Druck auf einzelne Köperstellen ein und führt zu Gewebeschäden.

Was kann ich tun?

  • Erinnern Sie Ihren Angehörigen immer wieder an Positionswechsel in Stuhl oder Bett.

Ein erhöhtes Sturzrisiko hat viele Ursachen wie z.B. Bewegungseinschränkungen, schlechtes Sehen oder die Einnahme von Medikamenten. Bewegungsförderung ist das oberste Prinzip der Sturzprophylaxe und nicht – wie viele es vermuten - die Verhinderung von Bewegung.

Was kann ich tun?

  • Gehen Sie viel mit Ihren Angehörigen spazieren.
  • Üben Sie das Gehen mit dem Rollator. Prägen Sie Ihren Angehörigen ein, dass er sich bei Unsicherheiten an die Pflegekräfte wenden soll.
  • Schaffen Sie Hüftprotektoren an, diese mindern das Risiko einer Fraktur im Falle eines Sturzes.

Als Harninkontinenz wird die unkontrollierte Ausscheidung von Urin bezeichnet. Je stärker diese Inkontinenz ist, umso mehr Urin wird ausgeschieden. Dies kann mehrere Ursachen haben.

Was kann ich tun?

  • Fördern Sie die Selbstständigkeit und die Mobilität.
  • Sorgen sie für angepasste Kleidung die leicht auszuziehen ist.
  • Bringen Sie ihrem Angehörigen gute PH-neutrale Hautprodukte mit um Hautschädigungen vorzubeugen.

Ein akuter Schmerz ist grundsätzlich instabil. Ziel ist hier die schnellstmögliche Beseitigung des Schmerzes. Ein chronischer Schmerz kann stabil oder instabil sein. Bei chronischen Schmerzen ist das Ziel eine Stabilität zu erreichen.

Was kann ich tun?

  • Körperliche Aktivität ist trotz Schmerzen besonders wichtig (je nach Indikation)
  • Führen Sie daher gemeinsam mit ihrem Angehörigen leichte Aktivitäten durch z.B. Fingerbewegungen, kurze Spaziergänge etc.

Dehydration bedeutet „Austrocknen“. Anzeichen sind etwa trockene Haut, ein trockener Mund, Verwirrtheit bis hin zur Bewusstlosigkeit. Gerade im Alter besteht hier die Gefahr, denn das Durstgefühl lässt nach und somit auch der Wille zu trinken.

Was kann ich tun?

  • Bringen Sie die Lieblingsgetränke Ihrer Angehörigen mit (auch Obstkompott oder Frischobst enthalten viel Flüssigkeit)
  • Trinken Sie gemeinsam mit Ihrem Angehörigen, prosten Sie ihm zu.
  • Nennen Sie den Pflegekräften die Trinkmenge Ihres Angehörigen.

Ein häufiger Grund für Mangelernährung ist die Unlust zu Essen, da der Geschmacksinn ebenso wie das Hungergefühl im Alter nachlässt.
Das Ermuntern zum Essen ist ebenso heikel wie die ständige Erinnerung zu trinken. Beides kann zu Abwehrverhalten führen.

Was kann ich tun?

  • Besuchen Sie gerne mit ihrem Angehörigen die Cafeteria und Essen sie gemeinsam.
  • Falls Ihr Angehöriger Essen ablehnt, akzeptieren Sie das ohne Kommentar und versuchen Sie es nach einigen Minuten erneut, als wäre es das erste Mal. So fühlt er sich nicht bedrängt (gilt auch für das Trinken).
  • Wunschkost anbieten

​​​​​​​Begleiten Sie uns in dem Pflegeprozess

Neben der individuell benötigten Hilfe im Alltag und bei der Körperpflege sind unsere Mitarbeiter auch im Bereich der Gesundheitsvorsorge (Prävention) für Sie tätig.
Als Vorsorge für unsere Bewohner erheben wir die verschiedensten Risikofaktoren und werden entsprechend der ermittelten Risiken für Sie tätig.

Erfassung des Dekubitusrisikos
Dekubitusprophylaxe kann durch Mobilisation, Lagerung und Hautpflege durchgeführt werden. Wir achten auf eine ausgewogene Ernährung sowie eine ausreichende Flüssigkeitsaufnahme.

Erfassung des Sturzrisikos
Sturzprophylaxe durch den Einsatz von Hilfsmitteln, Gymnastik und Hüftprotektoren um die Sturzgefahr und die Sturzfolgen zu minimieren.

Erfassung der Kontinenz
Erreichen und Erhalten der größtmöglichen Kontinenz durch regelmäßige Toilettengänge und Toilettentraining. Eine vorhandene Inkontinenz kann durch individuelle Versorgungssysteme kompensiert werden.

Erfassung der Schmerzsituation
Maßnahmen zur Schmerzlinderung/ -minimierung, in dem individuell auf den Bewohner abgestimmte Maßnahmen und Medikamente nach ärztlicher Verordnung zum Einsatz kommen. Eine Zusammenarbeit erfolgt mit externen PalliativCare Fachkräften.

Erfassung der Ernährung
Vermeidung von nicht persönlichkeitsbedingtem Unter- oder Übergewicht durch Ernährungsberatung, hochkalorische Zusatznahrung oder Nahrungsergänzung (teilweise kostenpflichtig).
Dehydrationsprophylaxe durch die Dokumentation der Flüssigkeitszufuhr, regelmäßige Anregung zum Trinken, Andickung von Getränken bei Schluckbeschwerden, kostenloses Getränkeangebot.

Gerne beraten wir sie zu allen Risiken auch persönlich und individuell auf Ihren Angehörigen angepasst.