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Neue Wege und kreative Lösungen in Zeiten der Krise

Seniorenzentrum Marienstift nach dem offiziellen Besuchs- und Betretungsverbot für Pflegeeinrichtungen in Rheinland-Pfalz

Vorbeugende Hygienemaßnahmen getroffen / Individuelle Beschäftigung der Senioren / großes Engagement von Mitarbeitern und hohe Anteilnahme der Andernacher Bevölkerung

Andernach. Das Coronavirus kann jeden treffen. Doch ältere Menschen gelten als besonders gefährdet. Seit Mittwoch gilt in Rheinland-Pfalz daher ein generelles Besuchs- und Betretungsverbot für Pflegeeinrichtungen. Mit dem Verbot soll der Schutz der Bewohner erhöht werden. Das Seniorenzentrum Marienstift in Andernach hatte bereits zwei Wochen zuvor von seinem Hausrecht Gebrauch gemacht und Besuche untersagt. „Die Reduzierung externer Kontakte bietet den Bewohnern zusätzlichen Schutz“, erläutert Geschäftsführerin Cornelia Kaltenborn. „Wir haben diese vorbeugende Regelung frühzeitig umgesetzt, alle Angehörigen ausführlich informiert und erleben eine sehr hohe Akzeptanz und viel Dankbarkeit für die schützende Maßnahme.“ Weder Angehörige noch externe Dienstleister, wie beispielsweise die beauftragte Wäschereifirma, kommen noch ins Gebäude. Stattdessen wurden feste Übergabepunkte definiert, die den Warenfluss sicherstellen. „Angehörige haben die Möglichkeit, Blumen, Pakete und Fotos persönlich an der Pforte abzugeben“, berichtet Einrichtungsleiter Hans-Peter Mayer. Befinden sich Bewohner in einer palliativen Versorgung, werden spezielle Absprachen mit der Pflegedienstleiterin Ulla Schlöffel getroffen, um die besonderen Bedürfnisse in dieser Lebensphase zu ermöglichen.

Große Solidarität in Andernach
Doch nicht nur innerhalb der Verwandtschaft wird für die Senioren gesorgt. Die Solidarität der Menschen in Andernach und der Region ist groß. „Kinder schreiben Briefe an unsere Senioren, malen und basteln für sie. Bürger haben schon Geschenke wie Glücksbringer und Handschmeichler für die Bewohner abgegeben. Diese Anteilnahme rührt uns sehr und ist für die Bewohner eine wichtige Stütze“, so Mayer.

Verstärke Vorsichtsmaßnahmen
Hauptbezugspersonen der Senioren sind und bleiben die Pflegekräfte und Beschäftigungstherapeuten des Marienstifts. In Zeiten des reduzierten Kontakts kommt ihnen eine besondere Verantwortung zu – bei der Pflege, Unterhaltung und vor allem dem Schutz der Bewohner. Erkrankte Mitarbeiter bleiben zuhause, das ist klar. Doch das Seniorenzentrum hat zusätzliche Vorsichtsmaßnahmen eingeführt: „Wir messen nicht allein bei unseren Senioren die Temperatur, sondern vor Dienstbeginn auch bei allen unseren Mitarbeitern“, erläutert Cornelia Kaltenborn. „So ist ausgeschlossen, dass ein Mitarbeiter, der sich trotz erhöhter Temperatur gesund fühlt, zur Arbeit erscheint.“ Im Haus wird der ohnehin hohe Hygienestandard der Einrichtung nach klaren Qualitätsstandards akribisch umgesetzt. „Alle Mitarbeiter sind entsprechend geschult“, so Pflegedienstleiterin Ulla Schlöffel.

Kreative Lösungen in herausfordernden Zeiten
Der Alltag im Seniorenzentrum hat sich durch die Corona-Krise stark verändert: Alle Veranstaltungen sind abgesagt, es findet vorbeugend kein Austausch mehr zwischen den einzelnen Wohnbereichen statt, weder durch Bewohner noch Mitarbeiter. Auch innerhalb der Gemeinschaftsbereiche wird auf eine Vereinzelung der Senioren geachtet. Stattdessen gibt es für die Bewohner individuelle Förder- und Beschäftigungsangebote und auch die Möglichkeit von Telefonaten mit Angehörigen wird unterstützt. Gottesdienste werden über das Fernsehen übertragen. Da der Friseur nicht mehr ins Haus kommt, übernehmen Mitarbeiterinnen, die über entsprechende Erfahrungen verfügen, nun selbst die Haarpflege der Bewohnerinnen. Und die Vorbereitungen auf Ostern laufen schon auf Hochtouren. Karfreitag und Ostersonntag sind für viele Bewohner ganz besondere Festtage und das soll trotz der Einschränkungen spürbar sein. So plant das Seniorenzentrum Marienstift beispielsweise an Ostersonntag einen musikalischen Beitrag in den Außenanlagen der Einrichtung, der von den Bewohnern vom Wohnbereich aus mitverfolgt werden kann. Einrichtungsleiter Mayer bringt es auf den Punkt: „Gerade inmitten der täglichen Herausforderungen, vor denen hier Mitarbeiter, Bewohner und Angehörige gleichermaßen stehen, ist es großartig, so viel Engagement, Kreativität und Solidarität zu erfahren. Wir danken allen Mitarbeitern für ihren tollen Einsatz.“


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Susanne Unmack

Marketing und Öffentlichkeitsarbeit